Standortwechsel

Vorher aus der Stadtmitte nach Süden in die Schubertstraße verlagert

Die feierliche Eröffnung des neuen Festplatzes am Kirchweih-Auftakt 1981 war „bombastisch“ titelte die örtliche Presse. Bürgermeister Karl J. Weiß wollte sinnbildlich sichtbar, die Tradition des alten Platzes beim Rathaus auf den neuen Platz in der Schubertstraße hinübergetragen wissen.

Und das geschah dann auch mit einem von „Gerfried“ hoch zu Roß angeführten farbenprächtigen 500 Meter langen sprichwörtlichen Fest-„Umzug“. Über 800 Teilnehmer, überwiegend aus Vereinen, aber auch Gäste und die lokale „Prominenz“ waren zu Fuß und mit Festwagen in 50 Zuggruppen unterwegs. Sie begeisterten mit viel Musik, Freibier und bester Stimmung tausende Menschen am Straßenrand.

Bild: 1981 vor der Eröffnung des neuen Fesplatzes
Ernst Kirchgeßner (CSU-Fraktionsvorsitzender) mit Karl-Heinz Wagner (3. Bürgermeister)

Nach fast vierzig Jahren Platz kein „Festplatz“ mehr

Damals dachte niemand daran, dass das 15 000 Quadratmeter große Gelände für Festplatz, Ausstellungs- und Parkflächen nach nicht ganz vierzig Jahren seinem Zweck erforderlich nicht mehr gebrauch werden würde. Also dort kein Vergnügen mehr, sondern Bildung: Es entsteht in neuer Verwendung derzeit dort mit großem finanziellem Aufwand das neue Paul-Klee-Gymnasium.

Die deshalb nun notwendige erneute Verlagerung des Festplatzes geht dieses Mal in die andere Himmelsrichtung. Als neuer Standort ist eine Fläche nördlich der Thyssenstraße am Verkehrsknoten Augsburg-Nord geplant. Der Bau lässt derzeit aber noch auf sich warten. So ist die Gersthofer Kirchweih-Tradition ab dem Jahr 1951 mit der zuletzt 69. Kirchweih im Jahr 2019 derzeit unterbrochen.

Nach der Beschlussfassung des Stadtrates im Januar 1981 gegen die Stimmen der Fraktion der Freien Wähler wurde der neue Festplatz zügig gebaut. Begleitet war diese Maßnahme jedoch nicht ganz ohne Proteste aus der Bürgerschaft. Die Anlieger befürchteten durch die Veranstaltungen große Lärmbelästigungen und auch die hohen Herstellungskosten spielten eine Rolle. Die hierfür erforderlichen 700 000 Mark waren für die damals gar nicht so rosigen städtischen Finanzverhältnisse ein großer Brocken.

Standort muss angenommen werden

Standort muss auch vom Bürger angenommen werden

CSU-Fraktion nicht für neuen Standort am nördlichen Stadtrand
Und auch nicht alle Gersthofer Bürger sahen in dem neuen Standort die als „vollwertiger Ersatz“ angepriesene Lösung. Viele trauerten lange, und manche gar bis zuletzt, aus Gewohnheit und aus Tradition ihrer Kirchweih in der Stadtmitte nach. Und harte Kritiker sprachen sogar vom „hindümpeln“ der Kirchweih an der Schubertstraße.

Die spannende Frage ist deshalb, werden die Bürger auf die neuerliche Verlagerung des Festplatzgeländes an den nördlichen Stadtrand beim „Los-Angeles-Ring“ ähnlich mit gleicher Zurückhaltung reagieren?

Zur Erinnerung: Die CSU-Stadtratsfraktion hat den neuen Standort abgelehnt. Sie beantragte den neuen Gersthofer Festplatz in die Potenzialfläche im Stadtzentrum zu verlegen.