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Rund um Gersthofen.
80 Jahre CSU-Ortsverband Gersthofen
Der CSU-Ortsverband Gersthofen erinnert sich an die Gründung am 6. Januar 1946
Seit 80 Jahren: Als treibender Motor haben einflussvoll die CSU-Bürgermeister und Räte die Stadt Gersthofen sozial, wirtschaftlich und kulturell modern gestaltet und geprägt. Die Begriffe von der „Wohlfühlstadt“ und der „reichen Stadt“ stehen im Einklang mit einer erfolgreichen CSU-Rathauspolitik.
Ende 1945 – Anfang 1946: Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die breite Masse der Bevölkerung politisch apathisch und fast nur um ihre materiellen Existenzbedürfnisse besorgt. Gerade, um deshalb eine Verbesserung dieser allgemeinen Notlage und die Schaffung einer gesellschaftlich-politischen Neuordnung zu erreichen, sahen sich beherzte Frauen und Männer auf der Grundlage christlicher Weltanschauung zu einem neuen demokratischen parteipolitischen Leben veranlasst.
Ein solches regte sich zu einem politischen Neubeginn auf lokaler Ebene auch in Gersthofen. Dazu wurden bereits Ende des Jahres 1945 erste konkrete Schritte unternommen, um dann am „Heilig Drei König“-Tag, am 6. Januar 1946, einen Ortsverband unter dem Parteinamen „Christliche Union“ zu gründen. Die Gründung stand arg unter Zeitdruck, da am 27. Januar 1946 bereits die erste Gemeindewahl anstand.
Am 31. Dezember 1945 meldete unter sehr strengen Vorschriften der Besatzungsmacht somit Josef Scheifele „über den Herrn Bürgermeister in Gersthofen an den Herrn Landrat in Göggingen mit der Bitte um Vorlage an die Militärregierung“ eine Zusammenkunft von mehr als fünf Personen für den 6. Januar 1946 an. Zweck dieser Versammlung im Nebenzimmer des Gasthauses Hillenbrand, Bauernstraße 13, von nachmittags 4 bis etwa 7 Uhr, war die Beratung über die Aufstellung eines Wahlvorschlages zu den Gemeinderatswahlen mit anschließender Wahl der Gemeinderatskandidaten für die Liste der „Christlichen Union“. Als Einberufer, Referent und Leiter dieser Gründungsversammlung der CSU in Gersthofen unterzeichnete Josef Scheifele die Einladungen.
Die Person Josef Scheifele, Jahrgang 1890, von Beruf „Privatier“, war in Gersthofen als ein angesehener Bürger sehr geschätzt und in der Ortspolitik auch als sehr erfahren anerkannt. Scheifele trug bereits in der Zeit von 1923 bis zur Machtergreifung im Jahr 1933 im damaligen dörflichen Gersthofen als zweiter Bürgermeister kommunale Verantwortung.
Mit 22 Mitgliedern gründete sich am 6. Januar 1946 der CSU-Ortsverband Gersthofen. Wie Schriftführer Peter Wagner in der Gründungsniederschrift vermerkte, war es den Gründungsmitgliedern wesentliche Motivation, gemeinsam an der Linderung der großen Not der Nachkriegsjahre zu arbeiten. Die Gersthofer CSU-Gründer kamen als Gleichgesinnte aus kirchlichen Verbänden und waren als Landwirte, Arbeiter, Handwerker und Unternehmer Vertreter aller Stände. Unter ihnen waren vor allem auch mutige Männer, die in der NS-Zeit unter großem Risiko für Leib und Leben sich am Ort gegen die Politik der Nationalsozialisten stellten.
Die Aufstellung einer Wahlliste für die erste Gemeindewahl nach dem Zweiten Weltkrieg war am 6. Januar 1946 nach der erfolgten Gründung nachweislich der erste offizielle Akt der Gersthofer CSU. Die insgesamt 22 Teilnehmer der Gründungsversammlung wählten für die Gemeinderatswahl im Januar 1946 14 Bewerber für die Liste unter dem Kennwort „Christliche Union für Augsburg Stadt und Land“.
Bei der Wahl am 27. Januar 1946 entfielen dann sieben der zwölf gewählten Gemeinderäte auf die Liste der Christlichen Union.
In nüchternen Zahlen ergeben die kommunalpolitischen Engagements im freiwilligen Ehrenamt von vielen Gersthofer CSU-Mitgliedern in den letzten 80 Jahren statistisch gesehen ein imposantes Fazit:
Von den von der Wählerschaft insgesamt zu vergebenden 334 Gersthofer Gemeinde-, Marktgemeinde- und Stadtratsmandaten konnte die CSU ab dem Jahr 1946 bis einschließlich der Wahl 2020 insgesamt 142 Sitze, oder als stolze Bilanz beachtliche 42,5 Prozent, erreichen. Mit Josef Scheifele (1946-1947), Josef Helmschrott (1947-1952), Karl J. Weiß (1967-1984), Siegfried Deffner (1984-2008) und Jürgen Schantin (2008-2013) stellte die CSU seither fünf erste Bürgermeister. Von 1978 bis 2014 amtierte Karl-Heinz Wagner sechs Jahre als dritter und 30 Jahre als zweiter Bürgermeister.
Die Gründung der Frauen Union im Jahr 1973 zeigte bei allen Wahlen erfolgreiche Wirkung. Ohne Quotenregelung erreichten in den letzten zehn Stadtratswahlen zwölf CSU-Frauen insgesamt 30 Stadtratsmandate.
Nur die Tatsache, achtzig Jahre alt zu sein, ist allein kein Verdienst. Verdienst wird aber erst daraus, wenn die Jahre der Vergangenheit, Jahre der Arbeit und der Leistung, der Verantwortung und der Erfolge waren. Unter dieser Prämisse treten auch die CSU-Kandidatinnen und Kandidaten bei der kommenden Kommunalwahl im März an. Genau so, wie vor 80 Jahren, in Verantwortung für unsere Stadt und für die in ihr wohnenden Menschen.
Karl-Heinz Wagner, 3. Januar 2026



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